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Alles zur betrieblichen Altersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze

Viele Arbeitnehmer haben zu befürchten, dass Ihnen die gesetzliche Rente für ein „gewohntes Leben“ im Alter nicht ausreicht. Ein Grund dafür ist der demografische Wandel. Dies legt nahe, dass eine zusätzliche Absicherung tatsächlich wichtig ist. Neben der privaten eignet sich hierbi vorallem auch die betriebliche Altersvorsorge. Seit 2002 sind Arbeitgeber verpflichtet, sie ihren Mitarbeitern als eine zusätzliche Altersvorsorge anzubieten. In den meisten Fällen muss allerdings der Arbeitnehmer diese selbst bei seinem Arbeitgeber anfordern. Seit 2022 sind Arbeitgeber zudem verpflichtet, eine bAV in Höhe von 15 Prozent zu bezuschussen, wenn sie sonst keine anbieten. Doch was steckt eigentlich genau hinter der betrieblichen Altersvorsorge?

  • Bei der betrieblichen Altersvorsorge zahlt der Arbeitgeber für seine Angestellten in eine Vorsorge ein.
  • Es gibt verschiedene Durchführungswege und Auszahlunsoptionen
  • Mittels einer Entgeltumwandlung hast du als Angestellter ebenfalls die Möglichkeit, einen Teil deines Gehalts in die bAV einzuzahlen. 

Was ist die betreibliche Altersvorsorge?

Angesicht eines sinkenden Rentenniveaus ist es angebracht, bei der Altersvorsorge nicht alleine auf die gesetzliche Rente zu setzen. Die bAV ist daher für viele Angestellten eine sinnvolle Möglichkeit zum Aufbau einer zusätzlichen Rente. Die bAV wird als attraktiver Benefit vom Arbeitgeber genutzt. Die bAV ist auch als eine der drei Säulen der Altersvorsorge bekannt. 

  • Öffentlich-rechtlichte Pflichtsysteme

    Gesetzliche Rentenversicherung etc.

  • Betriebliche Altersvorsorge

    Bsp. Direktversicherung

  • Private Vorsorge

    Bsp. Aktien/Bargeld

Welche Arten der betrieblichen Altersvorsorge gibt es?

Insgesamt gibt es fünf unterschiedliche Durchführungswege, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringen. Als Arbeitgeber musst du dich allerdings nicht für einen der Wege entscheiden – denn wie dein Arbeitgeber seine Altersvorsorge organisiert, ist allein ihm überlassen. 

Direktversicherung

Diese Art der Vorsorgeleistung ist eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber auf das Leben des Arbeitnehmers abschließt. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer und somit auch der Beitragszahler. Bezugsberechtigt bist jedoch allein du beziehungsweiße deine Hinterbliebenen. Die Direktversicherung ist wegen der einfachen Handhabung eine der meist verbreiteten Zusagearten bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Direktzusage

Gilt als ursprünglichste Form der betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber gibt hierbei ein direktes Versprechen (Zusage) ab, für ihn Zahlungen zur Alters-, Berufsunfähigkeits- und/oder Hinterbliebenenversorgung zu leisten. Durch diese Zusage entstehen sozusagen „Schulden“, die der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer hat. Um dieses Risiko abzufangen, schließen Arbeitgeber in der Regel selbst eine Versicherung über die zugesagten Leistungen ab, die die Beiträge ähnlich der Direktversicherung anlegt. Eine Pflicht, Mitarbeiterbeiträge zu bezuschussen, gibt es bei dieser Form nicht. 

Pensionskasse

Bei der Pensionskasse handelt es sich im Grunde um ein Versicherungsunternehmen, das ausschließlich Rentenversicherungen zum Zweck der bAV anbietet. Der Arbeitgeber leistet Beiträge in die Pensionskasse und du als Arbeitnehmer hast einen Rechtsanspruch auf die Bezugsrechte. Pensionskassen sind sozusagen die Hausversicherungen großer Unternehmen oder Gewerkschaften. Ihre Tarif entscheiden sich kaum von denen herkömmlicher Lebensversicherer. 

Pensionsfonds

Die jüngste aller Durchführungsarten. Wie die Pensionskasse ist er eine rechtlich eigenständige Institution. Er ist freier als die anderen in seiner Kapitalanlage, was ihm erlaubt, mit einem höheren Zins zu kalkulieren. Im Gegensatz muss er diesen jedoch nicht garantieren. 

Unterstützungskasse

Ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, meistens in Form eines Vereines, die von einem oder mehreren Unternehmen finanziert wird. Diese finanziert sich aus diesen Zuwendungen sowie aus der Anlage des Vermögens. Attraktiv als Durchführungsweg ist sie für größere Arbeitgeber. Ihre Finanzierung ist steuerlich attraktiv zu gestalten und in der Anlage des Vermögens viel freier als andere Versorgungseinrichtungen, da sie nicht der Versicherungsaufsicht unterliegt. 

Wer hat Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge

Auf eine betriebliche Altersvorsorge aus eigenen Beiträgen (Entgeltumwandlung) hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch. 

Seit 2013 haben auch geringfügige Beschäftige auf 450 Euro Basis einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Wer die Leistung nicht wünscht, kann sich auf Antrag davon befreien lassen. 

Was passiert mit der betrieblichen Altersvorsorge bei Arbeitgeberwechsel oder Insolvenz?

Arbeitgeberwechsel

Bei einem Arbeitgeberwechsel gehen die ersparten Ansprüche nicht verloren.

Bei Direktversicherungen, Pensionsfonds und Pensionskassen hat der Arbeitnehmer rechtlichen Anspruch auf seine angesparten Vorsorgebeiträge und bei Verträgen mit Abschluss nach 2005 auf Übernahme der bAV. Als neuer Arbeitgeber müssen die gezahlten Beiträge zur bAV übernommen werden, nicht jedoch der alte Vertrag. 

Der Teil, den du selbst durch Entgeltumwandlung bezahlt hast bleibt dir immer erhalten und ist unverfallbar. Für den Arbeitgeberanteil gilt, dass du zunächst für eine bestimmte Zeit im Betrieb gearbeitet und ein bestimmtes Alter erreicht haben musst, ehe du einen unverfallbaren Anspruch auf diesen Teil erwirbst. 

Für einen Vertrag der ab 2018 abgeschlossen wurde, musst du mindestens 21 Jahre alt sein und drei Jahre lang dem Betrieb angehört haben, damit deine betriebliche Altersvorsorge unverfallbar ist. Abweichende Regeln gelten für früher abgeschlossene Verträge.

Wenn dein neuer Arbeitgeber deine Altersvorsorge nicht übernimmt, wird der unverfallbare Teil beitragsfrei gestellt. Es kommen dann zwar keine neuen Beiträge mehr dazu, doch das bestehende Guthaben wird weiterhin verzinst und dir mit Eintritt in den Ruhestand ausgezahlt. Je nach Durchführungsweg ist es sogar möglich, dass du die betriebliche Altersvorsorge als private Versicherung mit eigenen Beiträgen fortführst.

 

Insolvenz

Deine betriebliche Altersvorsorge ist für den Fall einer Insolvenz deines Arbeitgeber abgesichert.

Für den Fall einer Insolvenz tritt der Pensionssicherungsverein an die Stelle deines Arbeitgebers und übernimmt die Verwaltung sowie die Auszahlung deiner Anwartschaft. Allerdings nur für solche, die gesetzlich als unverfallbar gelten. (s.o.)

 

Zusammenfassung

  • Bei einem Arbeitgeberwechsel gehen deine bisherigen Einzahlungen nicht verloren. Teilweise kanns du du deine bAV zu deinem neuen Arbeitgeber mitnehmen oder sie als private Altersvorsorge weiterführen. 
  • Bei einer Insolvenz deines Arbeitgebers sind die unverfallbaren Anwartschaften deiner Betriebsrente sicher.

Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge

Wie wird die betriebliche Altersvorsorge ausgezahlt?

Im Regelfall hast du die Wahl, zwischen einer monatlichen lebenslangen Rente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung. Im Normalfall reicht es, wenn du dich kurz vor Eintritt in den Ruhestand für eine Auszahlungsoption entscheidest. Wende dich vor deiner Entscheidung am besten an deinen Steuerberater.

 

Welche Krankenkassenbeiträge fallen bei der Auszahlung an?

Aus den Einkünften einer Betriebsrente fallen die vollen Beiträge zur Krankenkasse und zur Pflegeversicherung an – auch der Arbeitgeberbeitrag. Seit 2002 gilt jedoch – beträgt die monatliche Rente 159,25 Euro oder weniger, fallen darauf keine Krankenkassenbeiträge an. Diese Rente ist beitragsfrei. Anteilig wird dir der Betrag zur gesetzlichen Krankenversicherung dann abgezogen, wenn du über dem Freibetrag liegst. Aktuell liegt der Beitrag bei 14,6 Prozent zuzüglich des Zusatzbetrags, den jede Krankenkasse individuell erhebt. Als Privat Versicherte Person, zahlst du auf die Betriebsrente keine Beiträge. 

 

Wie wird die betriebliche Altersvorsorge versteuert?

Ansparphase

In eine Steuererklärung gehören nur die Einkünfte, die tatsächlich als steuerpflichtig gelten. Meistens ist dies bei der bAV nicht der Fall, da bereits im Vorfeld die Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen werden. 

Dein Bruttogehalt auf der Lohnsteuerbescheinigung ist damit bereits „das Gehalt nach der betrieblichen Altersvorsorge“. Somit kann die bAV in der Steuererklärung nicht mehr abgesetzt werden. 

Mittels einer Entgeltumwandlung sind die Beiträge jedoch in bestimmten Grenzen steuerfrei. Wird deine Betriebsrente über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchgeführt, kannst du jährlich 8 % der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei einzahlen. In den Durchführungswegen Direktzusage und Unterstützungskasse sind die Einbezahlung unbegrenzt steuerfrei.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Grenze deines Bruttogehalts, bis zu der du Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten musst. 2022 liegt sie bei 84.600 Euro im Jahr bzw. 7050 Euro pro Monat. 

Folglich kannst du also bis zu 564 Euro von deinem Bruttogehalt in die Betriebsrente einzahlen und dann lediglich den Rest deines Gehaltes versteuern. Diese steuerlichen Abzüge fallen geringer aus, da dein Bruttogehalt nach Abzug der Versicherungsbeiträge entsprechend niedriger ist. Beachte jedoch, dass du damit auch deine zu erwartende gesetzliche Rente etwas senkst. 

 

Auszahlungsphase

Deine Betriebsrente musst du in der Auszahlungsphase regulär versteuern. Da dein Einkommen im Ruhestand aber wahrscheinlich geringer ist als während deines Arbeitslebens, verringert die auch deine Steuerlast. Es fallen keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung an, dafür aber die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die zu erwartende Wertentwicklung deiner Beiträge, gleichen das jedoch in der Regel aus. 

In vielen Verträgen hast du jedoch die Wahl, ob du deine Betriebsrente als lebenslange Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung erhalten möchtest. Bei der Kapitaloption solltest du berücksichtigen, dass durch die hohe Einmalsumme auch die Steuerlast erhöht ist. 

Bei einer Direktversicherung oder Unterstützungskassen wird mit der Fünftelregelung bereits darauf geachtet, dass du nicht die vollen Steuern bezahlen musst. Im Gegensatz zu deiner Rente hat die Kapitaloption den Vorteil, dass du dein Geld frei vererben kannst. 

 

Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge?

Da die gesetzliche Rente im Alter selten für die Finanzierung vom gewohnten Lebensstandard ausreichen wird, ist eine zusätzliche Altersvorsorge in jedem Fall sinnvoll. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gilt es zu prüfen, in welcher Höhe dein Arbeitgeber deine Entgeltumwandlung bezuschusst. Unterstützend steht dir hierfür aber auch immer ein persönlicher Berater bei deinem Arbeitgeber zur Verfügung.  

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